Östrogene und Östrogendominanz

Was ist denn Östrogen und welche Formen gibt es?

Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone, die hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet werden. Sie steuern den weiblichen Menstruationszyklus und die Reifung der Eizellen. Auch Männer haben etwas Östrogen, das bei ihnen im Hoden gebildet und auch aus Testosteron im Fettgewebe durch das Enzym Aromatase umgewandelt wird. Gegenspieler des Östrogen ist Progesteron. Es wird nach dem Eisprung freigesetzt und ist wichtig für die Erhaltung und Vorbereitung einer Schwangerschaft. Während Testosteron die Lust auf Sex steigert, bewirkt Östrogen leider das Gegenteil. Östrogene senken die Lust auf Sex, weshalb viele Frauen bei Einnahme der Anti-Baby-Pille mit verminderter Libido zu kämpfen haben. Abgebaut werden Östrogene über die Leber. Da Östrogene – und auch alle anderen Geschlechtshormone – fettlöslich sind, werden sie schließlich mit der Galle über den Darm in Form von Stuhl ausgeschieden.

Wie kann es denn nun zur Östrogendominanz kommen?

  • Die Leber ist überlastet und kann das Östrogen nicht genügend ausscheiden (z.B. durch ungesunde Ernährung (Koffein, Zucker, Fett –> Fettleber, hoher Insulinspiegel), Medikamente (Anti-Baby-Pille), Alkohol, Drogen, Schwermetalle, etc.).
  • Bakterien im Magen-Darm-Trakt produzieren ein Enzym, die Beta-Glucuronidase, das Östrogen in seine aktiven Formen umwandelt. Die Beta-Glucuronidase bewirkt, dass Östrogene nicht ausgeschieden werden, sondern zurück in den Körperkreislauf gelangen (Recyclen). Eine Dysbalance der Darmflora kann die Aktivität der Beta-Glucuronidase beeinträchtigen, was zu einer Unter- oder Überversorgung mit freiem Östrogen führen kann.
  • Einnahme von hormonhaltigen Medikamenten.
  • Falsche Ernährung und ein ungesunder Lebensstil (Übergewicht, Stress).
  • Fleisch aus Massentierhaltung (Hormone, die den Tieren verabreicht werden).
  • Xenoöstrogene, die aus der Umwelt in den Körper gelangen (z.B. Kosmetika).
  • Östrogene, die wir über das Trinkwasser (Leitungswasser) aufnehmen,
  • Durch einen Progesteronmangel kann es zu einer relativen Östrogendominanz kommen, da Progesteron der Gegenspieler von Östrogen ist.
  • Mangel an Vitaminen und Spurenelementen, die für den Östrogen-Abbau nötig sind (z.B. Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Magnesium, Selen, Zink und Kupfer).
  • Chronischer Stress.
  • Genetische Disposition.
  • Krankhafte Funktionsstörung der Eierstöcke.

Wann tritt eine Östrogendominanz am häufigsten auf?

Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre – das sind die Phasen, in denen es oft zu einer hormonellen Dysbalance und vor allem zu einer Östrogendominanz kommen kann. In den Wechseljahren lässt die Funktion der Eierstöcke nach und der Progesteronspiegel fällt immer mehr, während die Östrogenproduktion jedoch noch weitgehend normal erfolgt. In dieser Phase kommt es häufiger zu Zyklen ohne Eisprung, sodass sich auch kein Gelbkörper – und damit nicht mehr genügend Progesteron bilden kann. Nach Absetzen der Pille, bei Essstörungen wie Bulimie und Magersucht kann es ebenfalls dazu kommen.

Welche Symptome habe ich bei einer Östrogendominanz?

  • Prämenstruelles Syndrom (PMS)
  • Gewichtszunahme (v.a. Bauch, Beine, Po)
  • Ödeme (Wassereinlagerungen)
  • Zyklusstörungen (zu stark, zu lang, zu schmerzhaft)
  • Kopfschmerzen
  • Mangelnde Libido (sexuelle Lust)
  • Haarausfall
  • Myome und Zysten
  • Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, Depressionen
  • Verstärkte Wechseljahrsbeschwerden
  • Trockene Schleimhäute (oral, vaginal)
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel

Wie wird das diagnostiziert?

Durch eine Blutuntersuchung können die einzelnen Hormone bestimmt werden. Bei Frauen, die sich noch vor der Menopause befinden, sollte die Hormonbestimmung am 19.-21. Zyklustag stattfinden. Bei längeren oder kürzeren Zyklen (>/< 28 Tage) muss der Tag angepasst werden. Bei Frauen nach der Menopause spielt der Abnahmetag keine Rolle. Oft macht es Sinn auch die anderen Hormone mit testen zu lassen um ein genaueres Bild zu bekommen.

Und wie behandelt man das?

  • Mikronährstoffe zuführen in Form von Nahrungsergänzungsmittel
  • Wasserfilter einbauen lassen
  • Vermeidung von Körperpflegeprodukte, die hormonell wirksame Stoffe enthalten
  • Vermeidung von östrogenfördernden Lebensmitteln und Zufuhr von progesteronfördernden Lebensmitteln
  • Phyotherapeutika
  • Stress minimieren, Achtsamkeitsübungen, Meditation
  • Gewichtsreduktion und Sport
  • Darmfloracheck und -aufbau
  • Leber entlasten
  • Bioidentische Hormone (v.a. Progesteron)

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